Zur Tagesperiodik der mikrobiellen Aktivität in hypertrophen Küstengewässern

Gocke, Klaus, Lenz, Jürgen, Westphal, H., Koppe, Regine, Rheinheimer, Gerhard and Hoppe, Hans-Georg (2012) Zur Tagesperiodik der mikrobiellen Aktivität in hypertrophen Küstengewässern Hydrologie und Wasserbewirtschaftung, 56 . pp. 48-57. DOI 10.5675/HyWa_2012,2_1.

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Abstract

Heterotrophe Bakterien sind auf die Versorgung mit organischem Material zur Deckung ihres Kohlenstoff- und Energiebedarfs angewiesen. In Gewässern kann dieses Material durch die Primärproduktion des Phytoplanktons und Phytobenthos autochthon erzeugt werden oder allochthoner Herkunft sein. Auf drei Stationen, zwei in der inneren Schlei (Schleswig-Holstein) und eine im Oderhaff (Mecklenburg-Vorpommern), wurde durch Probenahmen in kurzen Abständen versucht, eine von der Primärproduktion des Phytoplanktons gesteuerte Tagesperiodik der Bakterienaktivität nachzuweisen. Beide Gewässer sind stark eutrophiert und haben eine Jahresprimärproduktion von 600 bis 800 g C m-2. An den Untersuchungstagen (Anfang Juni in der Schlei und Ende August im Oderhaff) lag die Primärproduktion zwischen rd. 2,5 und 3,0 g C m-2 pro Tag. Die Maximalwerte der Thymidin- und Leucin-Aufnahme beliefen sich auf 0,346 bzw. 4,01 nmol l-1 h-1und die höchsten Umsatzraten von Glucose und Acetat als Vertreter der niedermolekularen organischen Verbindungen betrugen 99 bzw. 67 % h-1. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Mittelwerten der Tages- bzw. Nachtmessungen konnten bei keinem Parameter nachgewiesen werden. Der einzige Hinweis auf eine eventuelle Tagesrhythmik fand sich bei der in der ersten Nachthälfte deutlich geringeren Umsatzrate von Glucose. Ein mehrtägiges Laborexperiment mit einer Vergleichsprobe aus der Schlei, die unter kontrollierten Bedingungen im Lichtinkubator gehalten wurde, bestätigte das Fehlen eines Tag-Nacht-Rhythmus. Aus diesen Befunden wird gefolgert, dass einerseits die Versorgung der Bakterien mit organischem Material allochthoner Herkunft groß ist und dass andererseits tageszeitlich nicht gebundene Prozesse wie Zooplanktonfraß oder Hydrolyse in diesen hypertrophen Systemen eine so bedeutende Rolle spielen, dass die Primärproduktion trotz ihrer absoluten Höhe keine messbaren, an die Tageszeit gebundenen Rhythmen der Bakterien hervorruft.

Document Type: Article
Keywords: Microbiology; Bakterielle Aktivität, Oderhaff, Primärproduktion, Schlei, Tagesrhythmus
Research affiliation: OceanRep > GEOMAR > FB3 Marine Ecology > FB3-MI Marine Microbiology
Refereed: Yes
DOI etc.: 10.5675/HyWa_2012,2_1
ISSN: 1439-1783
Date Deposited: 01 Dec 2011 08:37
Last Modified: 21 Feb 2017 13:33
URI: http://eprints.uni-kiel.de/id/eprint/12677

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